ERÖFFNUNG DONNERSTAG, 06.02.2020 / 20 Uhr
KUNSTMUSEUM HERSBRUCK / Amberger Straße 2 / direkt am Spitaltor
BEGRÜSSUNG Uli Olpp, Museumsleiter, 1. Vorsitzender Förderverein KMH e.V.
EINFÜHRUNG Dr. Andrea Dippel, Leiterin der Kunstvilla im KunstKulturQuartier Nürnberg
AUSSTELLUNG vom 06.02. – 26.04.2020
GEÖFFNET Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag 15 – 18 Uhr / Sonntag 14 – 18 Uhr

 

Eine Schatztruhe voll Kunst wird geöffnet

 

Teile des „Zimmermuseums“ werden in Hersbruck gezeigt

 

 Ein absolutes regionales Kleinod kommt nach Hersbruck, eines, das viele Hersbrucker noch gar nicht kennen: Laufs „Zimmermuseum“ mit Werken aus der Sammlung Appelt, die unter anderem über 1000 Kunstwerke zeitgenössischer Maler mit Schwerpunkt in der Region umfasst, wird von 6. Februar bis 24. April 2020 in Hersbrucker Kunstmuseum ausgestellt, oder – wie sich Kenner des kleinen Museums im Torwärterhäuschen am Spitaltor unschwer vorstellen können - zumindest Teile davon.

 

 

 

Platzprobleme sind dem rührigen Sammler Wilfried Appelt nur zu vertraut. Die vielen, vielen Kunstwerke, die er seit 1990 mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Renate von angehenden und bereits etablierten Künstlern erworben hat, vor allem in der für ihn nahegelegenen Außenstelle der Akademie der Bildenden Künste im Laufer Wenzelschloss, fanden in der Wohnung der beiden Platz, in denen die regionale und aktuelle Kunst wirklich Rahmen an Rahmen hängt und sich den Platz mit Objekten, hsitorischen Rechenmaschinen und ganz normalem Mobiliar teilt. Die Acht-Zimmer-Wohnung in der Laufer Matthes-Villa (jetzt „Villa am Eck“) heißt seit 2003, als die Presse auf die Sammlung aufmerksam wurde, offiziell das „Zimmermuseum“. Über neue angemessene Räume mit mehr Platz wird in der Stadt Lauf und im „Kunstverein Lauf - Gesellschaft Zimmermuseum“ intensiv nachgedacht. Der Kunstverein, der sich im Frühjahr 2014 gegründet hat, hat die Verpflichtung übernommen, die Sammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren und zugänglich zu machen.

 

Wilfried Appelt und seine Frau haben nicht beliebig, sondern mit einem sehr sicheren Gespür für Qualität gesammelt - und das ohne außergewöhnliche finanzielle Ressourcen. Der ehemalige Lehrer und seine Frau haben eben auf teure Urlaube verzichtet, um innerhalb eines Jahrzehnts die ungewöhnliche Sammlung aufzubauen, aus der sich nun Werke von Reiner Zitta, Hans-Peter Reuter, Peter Angermann, Eva von Platen, Philipp Moll, Fredder Wanoth, Cornelia Effner und vielen anderen in den Räumen des Kunstmuseums tummeln.

 

 

 

Ein sicherer Anzeiger für die Qualität des Zimmermuseum-Inhalts ist auch das anhaltende Engagement von Dr. Andrea Dippel, die die Nürnberger Kunstvilla im KunstKulturQuartier leitet. Sie sagte der Pegnitz-Zeitung bereits 2013: „Die Sammlung ist einzigartig in ihrer Zusammenstellung. Sie schließt eine Lücke in der Metropolregion.“ Andrea Dippel wird zur Eröffnung im Kunstmuseum in die Sammlung einführen.

 

Die Ensembles und Installationen erleben in der anders gearteten Raumsituation des Hersbrucker Kunstmuseums neue Bezüge. Gespannt darf man deswegen auf die Präsentation sein: um den Platzmangel auszugleichen, arrangiert Appelt mit dem Museumsteam Großfotografien des Zimmermuseums zusammen mit originalen Werken der Kunst und Technik. Denn auch einige Exemplare der zahlenmäßig in der Sammlung Appelt ebenso häufig wie die Kunstwerke vertretenen Rechenmaschinen haben ihren Platz im Kunstmuseum gefunden. Die Schemazeichnung eines der ersten Computer der Welt des Erfinders und Unternehmers Konrad Ernst Otto Zuse bietet die Appelt so wichtige Schnittstelle „zwischen Kunst und Technik“. Nicht nur ist das zart gezeichnete Blatt hoch ästhetisch, es zeigt auch die Anfänge einer Technik, die heute unseren Alltag maßgeblich bestimmt.

 

Maschinen, Malerei und die wandfüllenden Fotografien von Gerd Dollhopf bieten im Museum ein Panorama des Menschen inmitten seiner „Dinge“. Sogar ein kleines Werk von Joseph Beuys ist zu sehen, Hinweis auf das Solotheaterstück „Der Hut von Beuys“ am 13. Februar im Museum.

 

 

 

Foto (Ute Scharrer): Regionale Kunst, Rechenmaschinen und Einblicke in das originale Laufer Zimmermuseum per „Fototapete“, das bietet die Ausstellung im Kunstmuseum, die am 6. Februar um 20 Uhr eröffnet wird.

 

Das Laufer Zimmermuseum im Hersbrucker Kunstmuseum

 

„Ist der Sammeltrieb die Konsequenz kaum logischer Faszination beim Finden von Dingen, Ideen und Kommentaren zum Leben?“ Diese Frage stellte sich Wilfried Appelt selbst, um herauszufinden, was die Antriebskraft seiner Sammlung von über 1000 Objekten aus dem Bereich Kunst gewesen sein könnte. Er begann 1990 mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Renate mit ausgeprägtem Sinn für Qualität Bilder und Objekte von Künstlern aus der Region zusammenzutragen und in ihrer Wohnung in Leinburg auszustellen.

 

Diese wurde jedoch bald zu klein, sodass im Jahr 2003 in den acht Zimmern der Laufer Matthes-Villa, die jetzt Villa am Eck heißt, das Laufer Zimmermuseum entstand, das seit 2014 von einem rührigen Förderverein unterstützt wird. Teile dieser umfangreichen Sammlung werden seit dem 6.2 im Hersbrucker Kunstmuseum beim Spitaltor gezeigt. Mit einführenden Worten eröffnete der Vorsitzende des Fördervereins des Kunstmuseums Hersbruck Uli Olpp, sowie Landrat Armin Kroder eine der ungewöhnlichsten privaten Kunstsammlungen Süddeutschlands. Einige raumbezogene Fotoinstallationen zeigen, in welchem Kontext diese Werke normalerweise stehen. In der andersgearteten Raumsituation, in der sie jetzt ausgestellt werden, bekommen sie völlig neue Bezüge und vermitteln in ihrer Gegenüberstellung neue Erkenntnisse über die Welt und über das Wesen der Kunst. Sie zeigen ein Panorama des Menschen inmitten der Dinge, mit denen er sich umgibt. Neben Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken werden auch Zeugnisse der Kulturgeschichte, zum Beispiel historische Rechenmaschinen, Haushaltsgegenstände und Spielzeug gezeigt. In ihrer Laudatio verglich die Leiterin der Nürnberger Kunstvilla im KunstKulturQuartier, Frau Dr. Andrea Dippel das Appeltsche Zimmermuseum mit den Privatsammlungen der Wallace Collection in London und der Sammlung von Peggy Guggenheim in Venedig. Sie wies darauf hin, dass geschätzte 75 % aller in Kunstmuseen ausgestellten Werke aus Stiftungen d. h. ursprünglich aus Privatbesitz stammen. Auch erinnerte sie daran, dass der Sammeltrieb ein genetisches Erbe aus der Frühzeit der Menschheit ist, zu den Grundkonstanten menschlicher Gesellschaften gehört und eine eigene sinnstiftende Ordnung darin herstellt. „Man muss eine Obacht geben“, der Untertitel der Ausstellung, ist ein sprachlich durchaus eigenwilliges, aber gut gewähltes Zitat des früh verstorbenen Philipp Moll, der heuer 50 Jahre alt geworden wäre, von dem ein Quartettorakel in der Ausstellung zu sehen ist, in dem es heißt: „…aber oft reicht schon das sehr genaue hin schauen damit man einen Zweifel bekommt.“ Neben einer kleinen Arbeit von Joseph Beuys und dem Computerpionier Konrad Zuse finden sich in der Ausstellung vor allem Werke regionaler Künstler in der Sammlung Appelt, zum Beispiel von Toni Burghart, Horst Antes, Bodo Boden, Peter Angermann, Rainer Zitta und anderen, die einen Bezug zur Nürnberger Akademie der Bildenden Künste haben, die lange Zeit eine Depandance im Laufer Wenzelsschloss unterhielt.

 

Die Ausstellung, der man viele Besucher wünscht, ist noch bis 26. April bei freiem Eintritt Mittwoch – Samstag 15 bis 18 Uhr und Sonntag 14 – 18 Uhr im Kunstmuseum am Spitaltor zu sehen.

 

GERDA MÜNZENBERG

 

 

„Der Hut von Joseph Beuys oder Die Ursache liegt in der Zukunft“

 

 

 

Kunstmuseum Hersbruck wagt Einstieg in die Darstellende Kunst -Solotheaterstück von Friederike Pöhlmann-Grießinger mit dem Darsteller Roland Eugen Beiküfner.

 

 

 

 

 

Eigentlich passt das sehr gut: für ein größeres Theaterensemble wäre das Torwärterhäuschen am Spitaltor, das das Kunstmuseum Hersbruck beherbergt, wirklich ungeeignet. Aber ein Ein-Mann Theaterstück über einen Künstler? Perfekt! Das Solotheaterstück über den Künstler Joseph Beuys und seinen Hut ermöglicht eine ungewöhnliche Begegnung mit Beuys, seinem Leben, seiner provokanten Kunst und seinen revolutionären Ideen zu Politik und Gesellschaft. Es wurde bisher 51mal in 29 Städten Deutschlands, der Schweiz und in Österreich aufgeführt und stieß bei Kritik und Publikum auf einhellig sehr positive Resonanz.

 

 

 

Joseph Beuys war Zeichner, Pädagoge, Aktions- und Objektkünstler. Für viele war er ein armer Irrer, ein Scharlatan, für einige Messias und Guru. An seiner Kunst scheiden sich bis heute noch die Geister und dennoch gilt er weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er versuchte in seiner Kunst die Einheit von Natur und Geist wieder zu erlangen und stellte archetypische und mythologische Verbindungen her.Seine bezeichnenden Materialien waren vor allem Kupfer, Fett oder Filz.

 

Der Publizist und ehemalige Nürnberger Kulturreferent Prof. Dr. Hermann Glaser schrieb in einem Brief an die Autorin: "Sie haben es verstanden, ein Kunstphänomen auf sehr überzeugende, informative und dramaturgisch geschickte Weise näher zu bringen, gewissermaßen ein neues Genre, den Kunst-Report als Inszenierung, geschaffen."

 

 

 

Das Solotheater wird am Donnerstag, 13. Februar 2020 um 20 Uhr im Kunstmuseum Hersbruck, Amberger Straße 2, aufgeführt. Da die Anzahl der Sitze begrenzt ist, wird um Reservierung unter info@kunstmuseum-hersbruck.de gebeten, doch auch an der Abendkasse wird es noch Karten für 10 Euro geben.

 

 

 

 

 


 

Foto (pressefoto): Roland Beiküfner spielt den bekannt-berüchtigten Künstler Beuys im Solotheaterstück „ Der Hut von Joseph Beuys“, das im Kunstmuseum Hersbruck aufgeführt wird.

 

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