FEUER - WASSER - LEBEN

 

Der Künstler Werner Knaupp stellt im Kunstmuseum Hersbruck aus

 

Der vielfach preisgekrönte deutsche Maler und Bildhauer Werner Knaupp hat in ganz Deutschland und der Welt ausgestellt, seine Reisen haben ihn weit über die komfortablen Reiseziele unserer Zeit hinausgeführt und Grenzerfahrungen an den unbehaglichsten Orten der menschlichen Existenz haben sein Schaffen geprägt. Seine malerischen Interpretationen der Elemente Feuer und Wasser zeigt er nun für 8 Wochen im Kunstmuseum Hersbruck.

Mit temperamentvollen, durch Schüttungen erreichte Farb-Eruptionen tastet er sich an die feurige Kraft eines Vulkanausbruches heran, für seine haptischen Wellen und Strömungen rund um das Phänomen Wasser genügen ihm Schwarz und Weiß. Die räumliche Beschränkung im Torwärterhäuschen am Spitaltor kann ein besonders intensives Erleben der kraftvollen, gleichzeitig auf das Todbringende der Elemente und die Lebenskraft dahinter hindeutenden Gemälde ermöglichen.

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 9.Oktober um 11 Uhr sprechen Dr. Daniel Hess, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg und Uli Olpp, Leiter des Kunstmuseums Hersbruck. Die Ausstellung in der Amberger Straße 2 in Hersbruck dauert bis 11. Dezember und wird Freitag und Samstag von 16 – 18 Uhr geöffnet sein, Sonntags nur mit vorheriger Anmeldung und Buchung einer Führung. Kontakt zur Terminvereinbarung und Preise  werden rechtzeitig an dieser Stelle veröffentlicht!

 

Werkfotos von Annette Kradisch

WICHTIG!

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DIE AUSCHREIBUNG FINDEN SIE OBEN IN DER NAVIGATION UNTER DEM REITER WICHTIG! 

Regionale Kunst unter dem Hammer

 

Zum zweiten Mal wurde zugunsten der Kunst in Hersbruck eine Versteigerung abgehalten

 

 

„Zum ersten, zum zweiten und zum Dritten…“, Auktionator Götz Reichel lässt den Hammer auf sein Pult krachen und hat ein weiteres Kunstwerk verkauft. Bei der zweiten Runde der Kunstversteigerung zugunsten der Kunst im Öffentlichen Raum in Hersbruck zog die Auktion mehr Bieter an, die sich lebhafte und gut gelaunte Bieterstreite lieferten. Rund 50 Werke hatten regionale Kunstschaffende gespendet und auch die Kunstszene von Ferrara steuerte Einiges bei.

 

 Die Künstlerinnen und Künstler, die Initiator Christoph Gerling um einen Beitrag gebeten hatte, profitieren von der Versteigerung nur sehr indirekt: wenn Formate wie „Kunst im Fluss“ und der „Kunstspaziergang“ weiterhin existieren, bieten sie auch Ausstellungsmöglichkeiten. Ganz direkt profitieren die Kunstliebhaber: sie konnten am gestrigen Abend wieder Schnäppchen machen. Kunstauktionen haftet das Etikett „elitär und teuer“ an, in Hersbruck zu Unrecht. Wurde ab und an die Schallmauer von 100 Euro für ein Originalwerk durchbrochen, gab es „Ohs und Ahs“ im Publikum. Götz Reichel scherzte zwar, er nehme auch Tausender, doch das teuerste Werk, ein mittelformatiges Ölgemälde von Luise Oechsler, kam für 160 Euro unter den Hammer. Dazulernen war auch möglich, und zwar ganz umsonst: Christoph Gerling erklärte seinem lernwilligen Auktionator Götz Reichel, dass es bei Kunstwerken nicht „bunt“ heiße, sondern „farbig“, erläuterte das Prinzip des Siebdrucks und des Holzschnitts und bot im Plauderstil Anekdoten zu den Kunstschaffenden. Heiße, wenn auch immer gut gelaunte Bieterstreite entbrannten etwa um ein Porträt in Öl von Nora Matocza oder einen kleinen Siebdruck von Ramona Wagner. Ein großformatiges Ölbild von Gerd Meingast ging an eine begeisterte neue Besitzerin und auch der Holzschnitt von Heinz Thurn mit dem schönen Titel „Machen wir es jetzt in der Nacht oder am Tag?“ fand ein neues Zuhause. 

Rund 1800 Euro zählte am Ende des Abends Gastgeberin Ingrid Pflaum vom Hirtenmuseum, die selbst auch ein dreiteilige Farbfeld-Malerei verkaufen konnte, zusammen. „Das machen wir wieder!“, versprachen sich die Initiatoren. Dann lassen sich vielleicht noch mehr Kauflustige anlocken.

 

 

 

 

Rückblick bei Cool Jazz und Häppchen

 

Das Kunstmuseum Hersbruck holte den zwanzigsten Geburtstag um zwei Jahre verspätet nach

 

Dieser Veranstaltungsort war für die Jubiläumsfeier des Kunstmuseums Hersbruck ein Geheimtipp und bei den hohen Temperaturen einer der angenehmsten Orte, um sich aufzuhalten: im Graben zwischen dem seit 22 Jahren bestehenden Kunstmuseum und der Mühlstraße warfen die hohen Mauern der Stadtbefestigung angenehmen Schatten, es wurden mediterrane Häppchen angeboten und Gerlinde Berger und Dieter Serfas boten an der Sektbar prickelnde Getränke an. Wie eine sanfte Prise wehte die lässige Jazzmusik von Saxophonist Achim Goettert durch den Stadtgraben, die Formation „Faces“ mit Peter Pelzner an der Gitarre, Hendrik Gosmann am Bass und Charles Blackledge am Schlagzeug groovte die zahlreich erschienenen Gäste in Sommerstimmung. Im Museum selbst waren nur für einen Tag illustrierte Gedichte von der Original Hersbrucker Bücherwerkstätte zu sehen und Restbestände aus dem Kunstomat Hersbruck konnten zum Schnäppchenpreis erworben werden. Der Rückblick auf zwanzig Jahre Ausstellungen im Kunstmuseum plus zwei Jahre Corona-Zeit, in der keine Festivitäten möglich waren, wurde durch Plakate dokumentiert. Viele Wegbegleiter schauten vorbei, um diesem Kulturort unter angenehmsten Bedingungen die Ehre zu erweisen.

 

Warum kein Kunstspaziergang 2022?

 

2020 konnte das Jubiläum coronabedingt nicht gebührend gefeiert werden. Statt dessen hatte sich das Team des Kunstmuseums ein neues Ausstellungsformat einfallen lassen. Ein „Kunstspaziergang“ sollte möglichst allen Bürgern einen niederschwelligen Zugang zu Kunstwerken ermöglichen und Künstlern der Region eine Ausstellungsmöglichkeit in Pandemiezeiten 

bieten. 

So waren mit 44 Kunstwerken ein abwechslungsreiches Kunst-Flanieren quer durch die Stadt möglich. Diese großen Erfolge wollte das Team des KMH eigentlich auch diesen Sommer 2022 wieder mit einem Kunstspaziergang wiederholen. Da jedoch der Kunstwettbewerb ErinnerungsRÄUME des Dokuvereins mit seinen beeindruckenden künstlerischen Ideen und Kunstinterventionen weit in den Sommer hinein reicht, wurde mit der Stadt Hersbruck vereinbart, im Öffentlichen Raum keine weitere Kunstausstellung in diesem Jahr zu planen, die dann in Konkurrenz mit diesem wichtigen Thema treten würde.

 

 

Die Sprache des Architekten 

 

Kunstmuseum Hersbruck zeigt Zeichnungen aus 150 Jahren von Architekten aus Hersbruck und Umgebung 

 

„Was hat eine architektonische Zeichnung mit Kunst zu tun?“ und in der Folge: „Was haben Architekturzeichnungen im Kunstmuseum verloren?“ Leicht provokante Fragen, gestellt von Museumsleiter Uli Olpp, selbst als Architekt ausgebildet, zur Eröffnung der neuen Schau „Architektur Zeichnung“ im Kunstmuseum Hersbruck. Die Fragen waren angesichts der ästhetischen handkolorierten Zeichnungen von Louis Fiedler fast schon beantwortet. Auch einen Bezug zu Hersbrucker Architekturträumen stellt die Ausstellung in Form der Diplomarbeit von Eduard Kappler her.

 

„Wenn die Vorstellung von Eduard Kapplers feudalem Rathausbau verwirklicht worden wäre, bräuchten wir uns heute über die Gestaltung von Plätzen im Stadtraum keine Gedanken zu machen- es wären nämlich keine mehr da“, scherzte Bürgermeister Robert Ilg angesichts des imposanten L-förmigen Baus mit Säulengängen zum Rauenbusch-Gebäude und einem Torbogen zur Poststrasse, das sich Eduard Kappler in seiner Diplomarbeit 1937 vorgestellt hatte. Doch die kleinformatigen, präzise gezeichneten Pläne, in denen Hersbrucks Zentrum mit seinen steilen Dächern leicht zu erkennen ist, sind ja eine Vision, die „Aufzeichnung eines Traums“, wie Uli Olpp es formulierte. „Der Architekt hat die Aufgabe, den Schatz des Lebens zu heben.“ Jeder Bauherr wünsche sich etwas Besonderes, dabei sei es auch wichtig, die bauliche Präsenz im Umraum nachhaltig und ressourcenschonend zu verwirklichen, dabei Geborgenheit, Schutz und Heimat schaffen. Oder: „Schön soll es ein, aber kosten darf es nichts,“ wie Robert Ilg die Realitäten des Städtebaus zusammenfasste.

Erste Skizzen könnten, so Uli Olpp, dabei helfen, die Vision aus dem Kopf auf das Papier zu bringen und auch für die Auftraggeber sichtbar zu machen. „Die Zeichnung ist die Sprache des Architekten“, zitierte er das Credo der kanadischen Architektur-Ikone Louis Kahn.

Und Zeichnungen gibt es viele zu sehen: konzeptuell, versponnen und baufertig. Exponate von Bernhard Olpp, seinem Sohn Uli Olpp, von Eduard Kappler, Hans Hesselbach die faszinierenden, Transparenten „Schichten eines Zeichentischs“. Klaus und Sebastian Thiemann zeigen im oberen Stockwerk Wege von der ersten Idee bis zu Schlüsselfertigkeit, ebenso gibt es Ideen, die nie verwirklicht wurden, wie Eduard Kapplers Rathauserweiterung und Uli Olpps originelle „Beziehungs-Kisten“, ein Wettbewerbsbeitrag für den „Garten für Verliebte“ in Meran

 

Ästhetisch enorm ansprechend sind die Zeichnungen und Gemälde von Louis Fiedler. Die Arbeiten des Vorfahren von PPG-Pädagogin Monika Mergler hatten den Anstoß zur Ausstellung gegeben und füllen nun das Erdgeschoss. Ausgewählt von Uli Olpp und Kunsterzieherin Karin Plank-Hauter und entliehen aus dem Stadtarchiv Nürnberg unter Mitwirkung von Maria Horn vom Amt für private Überlieferung zeigen sie bauliche Details ebenso wie ganze Häuser. Monika  Mergler erzählte launig und lebhaft aus dem Leben ihres 1878 geborenen Großonkels, der das typische Leben eines jüngeren Sohnes mit weniger Verantwortung und mehr Möglichkeiten zur Verwirklichung eigener Träume führen durfte. Seine Karriere als Architekt, ausgebremst durch den ersten und letztlich beendet durch den zweiten Weltkrieg wird durch Skizzen, Gemälde und Handwerkszeug wie den Aquarell- und Zirkelkasten nachgezeichnet.

 

Die Ausstellung ist bis zum 17. Juli jeweils Samstags und Sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Kunstmuseum im Torwärterhäuschen der Amberger Straße 2 ist frei. Über Spenden freut sich das ehrenamtlich arbeitende Team.

 

 

Fotos:

 

Fiedler Kurhaus: Im Jahr 1903 entwarf Architekt Louis Fiedler ein Kurhaus. Die Tuschezeichnung ist mit Aquarell koloriert.

 

Fiedler Skizze: Aus den Reiseskizzenbüchern des lebensfrohen Architekten Louis Fiedler stammt diese Tuschezeichnung von 1895.

 

Louis Fiedler Wohnhaus: Sein prächtiges Wohnhaus in der Nürnberger Meuschelstraße hielt Architekt Louis Fiedler 1912 in Gouachefarben fest.

 

Zirkel Louis Fiedler: Das Arbeitsgerät eines Architekten des vergangenen Jahrhunderts: eine Sammlung von Zirkeln aus dem Nachlass von Louis Fiedler.

Impressionen von der Eröffnung am 28. April 2022

KUNST IM FLUSS WAR ZURÜCK

WERTVOLLER DOPPELKATALOG 2019/2020 FÜR 20 EURO ERHÄLTLICH

Kunstobjekte in-an-über der Pegnitz, das ist in Hersbruck bereits ein Erfolgsformat. Coronabedingt musste die dritte Runde der Freiluftkunstausstellung pausieren- nun konnte sie nach 2018 und 2019 wieder stattfinden. 24 deutsche und italienische Kunstschaffende haben sich die malerisch durch Hersbruck mäandernde Pegnitz als Inspirationsquelle genommen. Es gab auf dem Wasser schwebende Luftkissen mit einem Shakespeare-Zitat, mit anmutigem Ernst die Brücke zum Wassertor bewachende, mit Kettensäge ausgesägte Holzfiguren, skurrile Wasserfuhrwerke, eine klingende und scheppernde Maschinerie im Mini-Wasserfall, Spiel mit den Spiegelungen und vieles mehr. Als besonderes Schmankerl gibt es zum dritten Geburtstag der von Christoph Gerling initiierten und kuratierten und vom Team des Kunstmuseums Hersbruck ehrenamtlich realisierten Schau einen reich bebilderten Doppelkatalog 2019/2021 mit Informationen zu den Künstlern und Künstlerinnen und ihren Werken. Die Eröffnung mit dem Erstverkauf des Katalogs war am 13. August.

Der wertige und sehr ästhetische Doppelkatalog ist für 20 Euro erhältlich. Sprechen Sie uns an!

 

Das Team des Kunstmuseums Hersbruck trauert um Vittore Bocchetta, der im Alter von 102 Jahren in seiner Heimat in Bologna verstorben ist. 2019 durften wir anlässlich seines 100. Geburtstages eine Ausstellung seiner Werke im Kunstmuseum realisieren und Vittore Bocchetta hatte sich mit einer hellwachen Videobotschaft zugeschaltet.

Sein wacher Geist, sein Mühen um Versöhnung, sein Wirken als Zeitzeuge und sein Kunstschaffen wird uns fehlen.


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